Förderkreis „Laurentia“

der evangelischen Kirchengemeinde Bieber

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Erster Grabungsabschnitt

Seit Erscheinen der letzten Friedensbrücke hat sich viel getan in der Laurentiuskirche. Die Bänke im Mittelteil wurden ausgebaut und bei der ehemaligen Schreinerei Rieth in Bieber eingelagert. Danach wurde unter fachlicher Anleitung des Kreisarchäologen Claus Bergmann mit den Grabungen begonnen.

Im Vordergrund die erste südliche Kirchenmauer vor der Erweiterung des Kirchenschiffs in nörd- und südliche Richtung jeweils um ca. 2 m, Dahinter die südliche Kirchenmauer bevor die Kirche ein Zweites Mal mit dem Südflügel erweitert wurde.

Wie erwartet kamen auch hier Mauerreste zum Vorschein. Zum einen handelt es sich hier um die rechte Grundmauer der ersten Laurentiuskirche. Gleich daneben das Fundament der südlichen Außenmauer vor dem Anbau des Südflügels.

Südlich dieser alten Außenwand fand das Grabungsteam außer den Resten von alten Tongefäßen, Eisenteile wie Türhalterungen und Sargnägel, Teilen von Fensterscheiben und Stücken von alten, handgefertigten Biberschwanz-Dachziegeln, auch eine größere Anzahl von Skelettresten. Diese Knochen stammen vermutlich aus sehr alten Gräbern, die vor dem Anbau des Südflügels an dieser Stelle lagen. Diese Knochen wurden nach Abschluss der Grabung an gleicher Stelle, nur tiefer, wieder bestattet.

Dank dem kleinen, aber hoch motivierten Team kamen die Grabungen zügig voran.

Bevor die alten Grundmauern im Zuge der weiteren Arbeiten für viele Generationen unsichtbar unter dem neuen Fußboden verschwinden, wollten wir allen Interessierten die Möglichkeit geben, die Grabungsstelle mit allen Funden zu besichtigen.

Am 21. Juli war es dann soweit: Tag der offenen Grabung an der Laurentiuskirche. Von 17:00 bis 20:00 Uhr konnte die Baustelle besichtigt werden. Es gab Führungen durch den Kreisarchäologen Claus Bergmann und der Förderkreis Laurentia bewirtete die Gäste in gewohnter Weise. Durch die Spenden, die dabei eingingen, soll die Dokumentation der Funde zum Teil finanziert werden. Mit einem Laser-Scanning-Verfahren wurden alle Funde millimetergenau aufgezeichnet und danach noch fotografisch dokumentiert.

Die durch Feuchtefäulnis angegriffene Emporenstütze an der Nordwestecke wurde um einige Zentimeter gekürzt und mit einem achteckigen Sandsteinsockel versehen.

Dieser Sandsteinsockel wurde in Eigenleistung angefertigt und mit einem Betonfundament unter der Stütze eingebaut.

Mittlerweile haben die fleißigen Helfer 20 Tonnen Schotter mit Schubkarren in die Grabungsstelle hineingefahren und verdichtet. Darüber wurde eine Splitt-Schicht eingebracht und gerade abgezogen. In der Woche nach der Bieberer Kerb werden die neuen Platten darüber eingebaut. Wenn dann die Kirche noch gründlich gereinigt wird und Stühle aufgestellt werden, ist die Laurentiuskirche wieder bereit für die nächsten Veranstaltungen wie z.B. „Gitarren für Laurentius“.

Im September und Oktober findet dann die Ausstellung „500 Jahre Reformation im Biebergrund“ und „250 Jahre Untere Kirche“ in der Laurentiuskirche statt.

Im November sollen dann die Grabungen im südöstlichen Bereich der Laurentiuskirche weitergehen. Bevor Anfang 2018 die Orgel wieder eingebaut wird, muss auch dieser Bereich mit einer kapillarbrechenden Schotterschicht und einem Plattenbelag unter den Bänken ausgestattet werden.

Auch für diese Arbeiten werden wieder Helfer benötigt und sind herzlich willkommen. Körperlich weniger anstrengend ist die Versorgung der Helfer mit Frühstück, wofür wir freiwillige Helfer auch gerne willkommen heißen.

Bericht und Fotos: Martin Logsch

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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